30.01.2020Höhere Bundesförderung für Energieberatungen für Wohngebäude

Zum 1. Februar 2020 wird die Förderung für Energieberatungen für Wohngebäude deutlich erhöht.

Die überarbeitete „Richtlinie über die Förderung der Energieberatung für Wohngebäude (Vor-Ort-Beratung, individueller Sanierungsfahrplan)“ tritt am 1. Februar 2020 in Kraft. Diese Förderung zielt auf die intelligente Einsparung von Energie in Wohngebäuden durch qualifizierte und unabhängige Energieberater.

Konkret wird die Förderung von bisher 60 % auf 80 % des förderfähigen Beratungshonorars angehoben mit einem Höchstsatz von 1.300 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser (bisher 800 Euro) und 1.700 Euro für Wohngebäude mit mehr als zwei Wohneinheiten (bisher 1.100 Euro). Die Energieberatung kann zusätzlich durch Kommunen oder Bundesländer gefördert werden, der Beratungsempfänger muss allerdings einen Eigenanteil von mindestens zehn Prozent selbst tragen.

Im Fokus der Energieberatung, die sich in erster Linie an Eigentümer (einschließlich Wohnungseigentümer) richtet, steht eine umfassende Bestandsaufnahme des energetischen Zustands des Gebäudes. Dem Beratungskunden wird auf dieser Basis aufgezeigt, wie er das Wohngebäude zu einem KfW-Effizienzhaus modernisieren kann. Gefördert wird aber auch ein individueller Sanierungsfahrplan. Dieser enthält Vorschläge zur schrittweisen Verbesserung der Energieeffizienz, wenn der Eigentümer die energetische Sanierung nach und nach angehen will. Ein wichtiger Bestandteil der Beratung, deren Ergebnisse für den Kunden in einem Energieberatungsbericht zusammengefasst werden, sind die voraussichtlichen Investitionskosten und das Thema Fördermittel.... weiter unter https://www.bafa.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/Energie/2020_01_ebw.html


29.01.2020

Informationen zur Verbesserung der Bundesförderung für Energieberatungen für Wohngebäude zum 01.02.2020.

­Zum 01.02.2020 tritt die „Richtlinie für die Bundesförderung für Energieberatungen von Wohngebäuden (Vor-Ort-Beratung, individueller Sanierungsfahrplan)“ in einer überarbeiteten Fassung in Kraft.


Die wesentlichen Änderungen im Kurzüberblick:

  • Das      Bundesministerium für Wirtschaft und Energie übernimmt nun 80 Prozent des      förderfähigen Beratungshonorars, jedoch höchstens 
  • 1.300      Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser und
  • 1.700      Euro für Wohngebäude mit mehr als drei Wohneinheiten. 
  • Der      Bauantrag bzw. die Bauanzeige für das Beratungsobjekt muss mindestens zehn      Jahre zurückliegen.
  • Ist Beratungsempfänger ein Unternehmen, so handelt es sich bei der    Beratungsförderung um eine De-minimis-Beihilfe. Das beratene Unternehmen      hat daher gegenüber dem BAFA eine De-minimis-Erklärung abzugeben und      erhält im Falle der Förderung eine De-minimis-Bescheinigung. 
  • Für ab dem 01. Februar gestellte Anträge können Zuwendungsbescheide aus verwaltungsinternen Gründen erst ab dem 10. März erteilt werden. 
  • Mit      der Durchführung der Energieberatung darf jedoch bereits ab Antragstellung      begonnen werden (ein früherer Vertragsschluss ist mit Vorbehaltsklausel – wie bisher – zulässig). 

KfW - Informationen zum 10.01.2020

Produkte Energieeffizient Sanieren 151/152; KfW - Energieeffizienzprogramm - Energieeffizient Sanieren 277/278; IKU - Energieeffizient Sanieren 2019:


Erhöhung der Tilgungszuschüsse um 12.5 Prozentpunkte für Wohngebäude und 10,0 bzw. 15,0 Prozentpunkte für Nichtwohngebäude zum 24.01.2020.


Energieeffizient Bauen und Sanieren 151, 153: Erhöhung der Tilgungdzuschüsse um 10,0 Prozentpunkte zum 24.01.2020

 

Erneuerbare Energien "Premium" 271/281: Erhöhung des APEE - Zusatzbonus auf 30 Prozentpunkte und der Förderhöchstbeiträge bei großen effizienten Wärmepumpen auf 100.000 EUR zum 24.01.2020.


10.10.2019 Das Qualitätsprinzip im Blick behalten!

Berlin, 10, Oktober 2019

„Auch wenn das Klimaschutzprogramm 2030 in mancherlei Hinsicht zu kurz springen mag – die im Gebäudeenergiebereich beschlossenen Maßnahmen sind durchaus Schritte in die richtige Richtung“, beurteilt Jürgen Leppig, Bundesvorsitzender des Energieberaterverbands GIH, die gestern vom Bundeskabinett auf den Weg gebrachten Maßnahmen. Für eine zielführende Förderung sei es jedoch entscheidend, das Qualitätsprinzip im Blick zu behalten.

Etwas überrascht nimmt der GIH zur Kenntnis, dass das Programm bei den „handelnden Personen im Sektor Gebäude“ die Energieberater nicht erwähnt. Wobei er durchaus Verbesserungen hinsichtlich der Energieberatung vorsieht und dabei, wie vom Verband schon lange gefordert, den individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) als Königsweg zu einer gelungenen energieeffizienten Sanierung ausweist. „Ganz besonders freut uns aber, dass das Klimaschutzprogramm zu bestimmten Anlässen wie beispielsweise einem Eigentümerwechsel eine Beratung verbindlich vorschreibt“, so Leppig. Dies sorge dafür, dass mehr Hausbesitzer produktneutrale, technologieoffene und gewerkeübergreifende Konzepte erhalten. „Eine sinnvolle Modernisierung braucht einen neutralen und ganzheitlichen Plan, selbst wenn dieser letztendlich nur nach und nach über abgestimmte Einzelmaßnahmen umgesetzt wird“, so Leppig weiter.

Ganz in diesem Sinne stehen bei der Förderung die Einzelmaßnahmen hoch im Kurs: Die entsprechenden KfW-Programme werden um zehn auf 20 Prozent erhöht, alternativ sollen Einzelmaßnahmen ab 2020 auch steuerlich abgeschrieben werden können. Während die Erhöhung der KfW-Förderung auch für Komplettsanierungen hin zu Effizienzhäusern gilt, sollen diese allerdings bei der steuerlichen Abschreibbarkeit außen vor bleiben. „Eine Komplettsanierung auf einmal zu stemmen schafft nicht jeder. Aber solvente Sanierer durch eine Nichtbeachtung bei der steuerlichen Förderung davon abzuhalten, ist trotzdem nicht gerade zielführend“, kritisiert Leppig.

Entscheidend ist für den GIH jedoch, dass bei jeglicher Förderung Qualitätsprüfungen stattfinden. Der Verband fordert daher, dass die Baubegleitung bei der KfW-Förderung von Einzelmaßnahmen erhalten bleibt und ein vergleichbarer Ansatz auch im Falle steuerlicher Abschreibungen eingeführt wird. Die produktgemäße Durchführung der geförderten energetischen Maßnahmen durch den Energieberater müsse der Steuerbehörde dann vorgelegt werden. Beides sei unbedingt nötig, da die Praxis immer wieder zeige, dass Energieberater bei Bauvorhaben regelrecht darum kämpfen müssen, dass Fördervorgaben oder die Anforderungen der EnEV eingehalten werden. „Zur Qualitätssicherung ist das Vier-Augen-Prinzip unerlässlich. Bei einer energetischen Sanierung braucht es nicht nur einen Handwerker, der umsetzt, sondern auch einen Energieberater, de r die korrekte Ausführung überprüft und bescheinigt“, so Leppig. Geschehe dies nicht, bestehe die Gefahr, dass Steuermittel sinnlos verbrannt werden.

Quelle: Pressemitteilung des Bundesverbandes Gebäudeenergieberater, Íngenieure, Handwerker

Die vollständige Pressemitteilung können Sie in den Downloads herunterladen.




Gebäudeenergiegesetz mit Licht und Schatten

Berlin, 17. Juni 2019

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) biegt auf die Zielgerade ein, noch bis 28. Juni kann zum Referentenentwurf Stellung genommen werden. Der Energieberaterverband GIH blickt mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf das Gesetz: Auf der einen Seite stehen Vereinfachungen, Planungssicherheit und eine Anbieteröffnung, auf der anderen Seite sind weder beim Niedrigstenergiestandard noch bei den Energieausweisen wirkliche Fortschritte erkennbar.

Der GIH begrüßt die Zusammenfassung mehrerer energiepolitischer Gesetze in einem Gebäudeenergiegesetz – zumal die damit verbundenen Vereinfachungen auch mehr Planungssicherheit für Gebäudeeigentümer und Energieberater bedeuten. Ebenso positiv bewertet der Verband die Öffnung des Beratermarkts: „Dass auch nun die Handwerksmeister unter den Energieberatern mit entsprechender Weiterbildung Energieausweise für Nichtwohngebäude ausstellen dürfen, hebt eine Diskriminierung auf und stellt die Beratung auf ein breiteres Fundament", lobt Jürgen Leppig. Der GIH-Bundesvorsitzende ist auch erleichtert, dass sich einige Aufweichungen hinsichtlich des geforderten energetischen Standards, von denen in der inoffiziellen Vorversion noch zu lesen war, im tatsächlichen Entwurf nicht mehr wiederfinden.

„Mit Blick auf die Anforderungen vonseiten der EU geht uns der Entwurf aber dennoch nicht weit genug", bemängelt Leppig. Geplant sei, die derzeitigen Effizienzanforderungen aus der Energieeinsparverordnung (EnEV) unverändert als Niedrigstenergiestandard für Neubauten ins GEG zu übernehmen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die EU, deren Erwartung an ein Niedrigenergiegebäude bei keinem oder einem nur sehr geringen Energiebedarf liegt, mit einer Lösung abspeisen lässt, die in etwa dem KfW-Standard 70 gleichkommt", wundert sich Leppig mit Verweis auf mögliche Strafzahlungen in Milliardenhöhe. Für ihn stehe außer Frage, dass sich auf diese Weise weder die zugesagten EU-Klimaschutzziele 2030 und 2050 erreichen, noch die Energiewende stemmen ließen.


Ein Dorn im Auge ist dem GIH auch die Stagnation bei den Energieausweisen. „Hausbesitzer werden ihrer Nachweispflicht nach wie vor durch minderwertige Verbrauchsausweise ohne Aussagekraft über Billigangebote aus dem Internet nachkommen können", verweist Leppig auf eine gängige Praxis. Ohne eine Begehung vor Ort seien individuelle Sanierungsempfehlungen nicht möglich.


So verfehle das Instrument seinen Zweck, bemängelt der GIH-Vorsitzende. „Angebracht wäre es, jetzt verbindlich auf Bedarfsausweise umzuschwenken und diese perspektivisch zu ganzheitlichen Sanierungsfahrplänen weiter zu entwickeln."

Als einen Schritt in die richtige Richtung wertet Leppig, dass es bei Bedarfsausweisen künftig nur noch ein Berechnungsverfahren mit einer sinnvollen Übergangszeit geben soll. Nicht nachvollziehbar seien jedoch die Änderungen bei den Primärenergiefaktoren und bei der Anrechnung von Strom aus erneuerbaren Energien. 

Diese erscheinen ihm weniger durch Physik, als vielmehr durch politische Interessen begründet zu sein.


       

Eine ausführliche Kommentierung des Referentenentwurfs liegt dieser Pressemitteilung bei und findet sich ebenso auf www.gih.de. sowie in unseren Downloads.

KfW macht Förderprogramme für Gebäudebesitzer wieder attraktiver

Zum 1. Juni macht die KfW-Bankengruppe eine hemmende Einschränkung bei ihren Sanierungskrediten rückgängig, indem sie die bereitstellungsprovisionsfreie Zeit wieder von sechs auf zwölf Monate anhebt. Die Förderbank reagiert damit auf eine gesunkene Nachfrage und die Kritik des Energieberaterverbandes GIH.

 

Auf Veranlassung des Bundeswirtschaftsministeriums hatte die KfW-Förderbank die Kreditkonditionen in ihrem an Hausbesitzer gerichteten Programm „Energieeffizient Bauen und Sanieren" im April 2018 deutlich verschlechtert. Neben der Senkung der bereitstellungsprovisionsfreien Zeit von zwölf auf sechs Monate wurde die 20-jährige Zinsbindung eingestellt und eine Vorfälligkeitsentschädigung für außerplanmäßige Tilgungen eingeführt. In der Folge brach das Zusagevolumen für Kredite zu Effizienzhäusern und energetischen Einzelmaßnahmen massiv ein, die Sanierungsquote sank deutlich.

Nach anhaltender Kritik durch Deutschlands größten Energieberaterverband wird nun zumindest eine Stellschraube zurückgedreht. „Eine längere bereitstellungsprovisionsfreie Zeit ist für Sanierer und Neubauer wichtig, da komplexe Bauvorhaben in der Regel innerhalb eines halben Jahres nicht abgeschlossen werden können. Schließlich ist es mittlerweile selbst auf dem Land keine Seltenheit mehr, dass Eigentümer monatelang auf einen Fachhandwerker warten", berichtet der GIH-Vorsitzende Jürgen Leppig aus seiner Beratungserfahrung. Auch dass die Höhe der Provision, die Hauseigentümer künftig erst wieder ein Jahr nach Zusage bezahlen müssen, von drei auf 1,8 Prozent reduziert wird, sieht der Verband positiv.

Allerdings mache auch eine langfristige Zinsbindung das energieeffiziente Bauen deutlich attraktiver: „Wenn meine Kunden wissen, dass sie sich nicht in zehn Jahren um eine Weiterfinanzierung kümmern müssen, können sie zuverlässiger planen. Zumal innerhalb von 20 Jahren oft sogar eine komplette Tilgung möglich ist", so Leppig. Außerdem sei es Bauherren wichtig, kostenfrei außerplanmäßig tilgen zu können.

   

Leppig drängt daher darauf, auch diese beiden hemmenden Einschränkungen rückgängig zu machen: „Das Wahlergebnis am Sonntag hat gezeigt, dass vor allem für junge Leute der Klimawandel das Top-Thema ist – und dabei spielen Gebäude eine ganz wesentliche Rolle. Gerade durch sinnvolle Dämmung sowie effiziente Heizungen und Lüftungen kann man die CO 2-Emissionen deutlich senken." Einen ersten Schritt habe die KfW nun in die Wege geleitet, mit Blick auf die Energiewende müssten aber noch weitere folgen. Die vollständige Pressemitteilung finden Sie in den Downloads.


BMWi-Abteilungsleiter für Beratungsbonus bei KfW-Förderung

Thorsten Herdan, Abteilungsleiter für Energiepolitik im Bundeswirtschaftsministerium (BMWi), forderte beim Kongress des Energieberaterverbands GIH, dass die Rolle der Berater „deutlich stärker werden“ müsse.

Herdan möchte außerdem den in Fachkreisen schon länger kursierenden Entwurf für ein Gebäudeenergiegesetz (GEG) offiziell veröffentlichen lassen, um ihn aus der „Endlosschleife“ zu befreien.

Hintergrund für die derzeitige Blockierung des GEG ist eine Passage im Koalitionsvertrag, nach der die energetischen Anforderungen an Gebäude nicht verschärft werden sollen. Mit Blick auf den „Greta-Thunberg-Effekt“ (Herdan) hofft der für sein pragmatisches Herangehen bekannte BMWi-Abteilungsleiter, das schon lange geplante Gesetz auf die Zielgerade zu bringen. Zudem arbeite das BMWi intensiv an der Zusammenführung diverser Gebäude-Förderprogramme wie Marktanreizprogramm und CO 2-Gebäudesanierungs-Programm. Er stellte die Fertigstellung dieser Förderstrategie bis „hoffentlich Anfang nächsten Jahres“ in Aussicht.

Herdan will in diesem Zuge auch den individuellen Sanierungsfahrplan in die Programme der Förderbank KfW integrieren, in deren Räumlichkeiten der Kongress stattfand. Bei Durchführung einer solchen Energieberatung vor einer KfW-geförderten Sanierung könnten – so die Idee des GIH – Hausbesitzer einen Bonus bekommen oder rückwirkend Beratungskosten für den Sanierungsfahrplan anrechnen lassen. Thorsten Herdan ging aber noch einen Schritt weiter und favorisierte bei bestimmten Anlässen eine verpflichtende Beratung, „sei es ein Wohnungswechsel oder ein Hausverkauf oder eine Renovierung.“ In jedem Fall will er, dass Sanierer durch eine kompetente Beratung davor bewahrt werden, „Dinge zu machen, die man besser nicht hätte machen sollen.“

Der GIH-Bundesvorsitzende Jürgen Leppig sprach sich bei dem Kongress wie Herdan dafür aus, die „positive Energie“ der Fridays-for-Future-Aktivisten zu nutzen und ermutigte die Bundesregierung, „einfach mal zu sagen: Hey, unseren Koalitionsvertrag, den haben wir zwar gemacht, aber das war eine andere Zeit. Wir werden jetzt mal vernünftig.“

   

Leppig kritisierte zudem in der anschließenden Podiumsdiskussion mit den energiepolitischen Sprechern aller sechs Bundestagsfraktionen das Verschleppen der steuerlichen Absetzbarkeit von Energiesparmaßnahmen. Damit stieß er nicht nur auf dem Podium, sondern auch bei den Zuhörern auf große Zustimmung. Durch eine solche – im Koalitionsvertrag geforderte – Absetzmöglichkeit seien sogar Rückflüsse in den Bundeshaushalt zu erwarten.


Die vollständige Pressemitteilung finden Sie in den Downloads